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14:35 03.03.2018
Das Bewegungsbecken steht ab Montag für den Kursbetrieb und alle Badegäste zur Verfügung . FOTO: RG

03.03.2018

Aktuelles

Von Holger Buhre 

STADTHAGEN. Das Stichwort „Bewegungsbecken“ ist seit fast fünf Jahren in aller Munde. Damals befasste sich der Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen GmbH, die das Tropicana betreibt, mit der Frage, wie man das Freizeitbad attraktiver für Besucher machen könnte.

Nach schier endlosen Diskussionen, einer großen Bürgerbefragung und Bauverzögerungen wurde das Bewegungsbecken nun eröffnet. Entstanden ist es in einem überdachten Anbau in Richtung der früheren Eisbahn. Die Grundfläche der Halle beträgt 220 Quadratmeter.

Das eigentliche Bewegungsbecken ist 12,50 Meter lang und acht Meter breit – und mit einem Hubboden ausgestattet, der sich bis zu 1,80 Meter tief absenken lässt. Gedacht ist die Anlage einerseits als Lehrschwimmbecken und fürs Babyschwimmen, andererseits aber auch für Betätigungen wie Wassergymnastik, Aqua-Jogging oder andere Fitnesskurse.

Hier die Chronologie der Entstehungsgeschichte des neuen Bewegungsbeckens:

Mai 2013

Der Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen setzt eine Arbeitsgruppe ein, die bauliche Tropicana-Erweiterungen sowie die damit zusammenhängenden Kosten diskutieren soll. Als Vorsitzender des Gremiums bringt Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) unter anderem ein baulich abgetrenntes Bewegungsbecken ins Spiel, das die Anforderungen von Senioren, Sportkursen und Vereinen erfüllen könnte.

Dezember 2013
Der Stadtrat beschließt die die Durchführung einer Bürgerumfrage in puncto Tropicana-Weiterentwicklung. Hellmann stellt zugleich klar: „Es handelt sich nicht um einen Bürgerentscheid. Das Ergebnis der Umfrage ist nicht bindend, sondern dient der Meinungsbildung der Ratsmitglieder.“

September 2014
Die zweiwöchige Umfrage beginnt. Zielgruppe sind Bürger auf dem Marktplatz und am Tropicana, die von Interviewern anonym zu insgesamt 27 Aspekten befragt werden.

Dezember 2014

Der neue Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) stellt die Ergebnisse der Bürgerbefragung vor, an der sich 832 Personen beteiligt haben. Demnach wünschen sich 75 Prozent den Bau eines Außenbeckens. Gleichzeitig sprechen sich sogar mehr als 80 Prozent für die Einrichtung eines Bewegungsbeckens aus.

2015

Die Ratsfraktionen diskutieren intensiv darüber, wie es beim Tropicana weitergehen soll. Sowohl die rot-grüne Mehrheitsgruppe als auch die CDU präferieren den Bau eines Bewegungsbeckens im Jahr 2016. Bürgermeister Oliver Theiß besteht auf einer zweiten Bürgerbefragung. In dieser solle geklärt werden, ob die Bevölkerung lieber ein Bewegungs- oder ein Außenschwimmbecken will – also ein dem Tropicana angeschlossenes Freibad. Seiner Ansicht nach kann aus finanziellen Gründen nur eines der beiden Becken gebaut werden. Die Gruppe WIR/FDP ist strikt gegen das Bewegungsbecken, weil als Folge dessen der zusätzliche Bau eines Freibads ausgeschlossen sei.

Februar 2016
Der Stadtrat verabschiedet den Haushalt 2016. Damit steht fest, dass das geplante Bewegungsbecken am Tropicana gebaut wird. Dessen Geschäftsführer Helmut Kirchhöfer beziffert die Kosten für das Projekt auf 1,7 Millionen Euro und geht vom ersten Spatenstich im Mai 2016 aus. Nach einjähriger Bauzeit könnte die Fertigstellung im Sommer 2017 erfolgen.

September 2016
Es geht los: Mit dem ersten Spatenstich geben Bürgermeister Oliver Theiß, Vertreter der Wirtschaftsbetriebe und Architekt Eshref Bajrami vom Hamburger Planungsbüro Geising und Böker den offiziellen Startschuss zum Bau eines Bewegungsbeckens.

März 2017
Der Bau des Bewegungsbeckens verläuft bislang nach Plan: Demzufolge sollen die Arbeiten im Juli beendet werden, ehe im August die Eröffnung folgen soll. Den erforderlichen Dichtetest hat das 200-Kubikmeter- Becken zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgreich bestanden.

Juni 2017
Die Errichtung des Bewegungsbeckens biegt mit der Verlegung der Fliesen auf die Zielgerade ein. „Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, werden wir im August eröffnen“, sagt Tropicana-Geschäftsführer Helmut Kirchhöfer.

August 2017
Der angepeilte Eröffnungstermin platzt. Der Grund: Ein Ingenieur entdeckt per Lasermessung Ungleichmäßigkeiten bei den frisch verlegten Fliesen – wodurch das Wasser nicht überall gleichmäßig über den Beckenrand fließen und durch die Überlaufrinne in die Schwallwasserkammer strömen kann, damit es ständig gefiltert wird.

Die Folge: Der ganze Fliesenkopf muss wieder herunter und neu verlegt werden. Da der ursprünglich beauftragte und in der Gewährleistungspflicht stehende Fliesenleger jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und kurz darauf Insolvenz anmeldet, muss ein anderes Unternehmen gesucht und beauftragt werden.

Dezember 2017
Der neue Fliesenleger leistet ganze Arbeit, sodass der erforderlichen Testphase nichts mehr im Wege steht.

Januar 2018

Bei einer rund vierwöchigen Testphase werden Technik, Filter, Spülprozesse, Leitungen und Wasserqualität des neuen Bewegungsbeckens auf Herz und Nieren überprüft.

Februar 2018

Das Becken ist fast bis an den Rand mit Wasser gefüllt. Die Hubvorrichtung, mit der der Boden in der Tiefe variiert werden kann, funktioniert einwandfrei. Und auch das Wasser ist bereits angenehm temperiert: Am neuen Becken sind jetzt nur noch letzte Feinarbeiten vorzunehmen.

2. März 2018
Der Anbau wird im Beisein zahlreicher geladener Gäste offiziell eröffnet.

5. März 2018
Der Kursbetrieb beginnt. Das Becken steht ab sofort allen Badegästen zur Verfügung.

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